Antrag der Enercon beim RP Gießen:

Vier Windräder in Löhnberg und Leun

+ + + + + + + + + + Aktuell 25.06.2020 + + + + + + + + + +  

 

Die Löhnberger Gemeindevertreter beschließen das Aus für die Windkraftpläne im alten Buchenwald zwischen Selters, Tiefenbach und Drommershausen!

 

Siehe Bericht bei "Neues - In eigener Sache!"

 

Eine gute und ökologisch richtige Entscheidung!

 

 

Löhnberg und Leun: Verträge mit Enercon

 

Gemeinde Löhnberg:

 

- Die Gemeinde Löhnberg hatte ausweislich ihrer Homepage "für das Gebiet Niedershausen/Leun (eine Anlage auf Niedershäuser Gebiet) und Selters/Braunfels (zwei Anlagen auf Selterser Gebiet) einstimmig Verträge mit einem privaten Windkraftbetreiber beschlossen, die eine höchstmögliche Pachtlösung für den Gemeindehaushalt beinhalten. Die Verträge sind jeweils nach der Beschlussfassung in der Gemeindevertretung rechtskräftig geschlossen worden."

 

Nach Beschluss des Löhnberger Parlaments vom 25.06.2020 wird aber erfreulicherweise der Standort in Selters aufgegeben!

 

Der Windkraftanlagenbau in Niedershausen soll weiter umgesetzt werden.

 

Löhnberg: Auch Vertrag über Tiefbohrungen im Trinkwasserschutzgebiet geschlossen

Löhnberg hatte zwischenzeitlich auch einen Vertrag mit Enercon im Hinblick auf die Tiefbohrungen im Trinkwasserschutzgebiet, die Enercon durchführen will, geschlossen. Dieser Vertrag beinhaltete ein Maßnahmenkonzept zur Vermeidung bzw. Minimierung des Risikos für die Trinkwassergewinnungsanlagen sowie ein Konzept für eine, im Ernstfall möglicherweise erforderliche Ersatzwasserversorgung. (Siehe Seite "Neues - In eigener Sache").

 

 

Stadt Leun:

 

- Die Stadt Leun stimmte laut Zeitungsbericht vom 04.11.2014 (Wetzlarer Neue Zeitung) einem Vertrag mit der Enercon GmbH Projektentwicklung und Investments (Aurich) zu, der den Bau von zwei Windrädern in Biskirchen vorsieht.

 

Voraussichtliche Standorte der Windkraftanlagen in Löhnberg/Selters, Leun/Biskirchen und Löhnberg/Niedershausen

 

Laut Zeitungsbericht vom 21.12.2015 (Wetzlarer Neue Zeitung) wolle die Firma Enercon zuerst die Windgeschwindigkeit ermitteln. Im Frühling 2017 stand im Selterser Wald ein Windmessgerät.

Diesen Trailer fotografierten wir Ende Mai 2017. In derartigen Containern befindet sich für gewöhnlich ein Windmessgerät, das Windgeschwindigkeiten mittels Lasertechnik misst („LiDAR“).

 

Der Anhänger steht im Selterser Wald, auf einer kleinen Lichtung in der Nähe des geplanten Standorts der von der Enercon GmbH beantragten Windkraftanlage „Löhnberg 1“.

 

 

Oktober 2016: Enercon GmbH stellt Antrag beim RP Gießen

 

Die Firma Enercon GmbH, Aurich, hat am 14.10.2016 beim RP Gießen einen Antrag zur Errichtung von zwei Windkraftanlagen im Vorranggebiet 2145, Gemarkung Selters, und zwei Windkraftanlagen im Vorranggebiet 2219, Gemarkung Niedershausen (Löhnberg) und Gemarkung Biskirchen (Leun) eingereicht.

 

Wie das Weilburger Tageblatt am 6. April 2017 meldete, sind die Antragsunterlagen aber noch nicht vollständig.

 

 

Riesige Industrieanlagen in unseren Wäldern

 

Enercon plante ursprünglich wohl den Bau von Windkraftanlagen des Typs E 115:

 

Nabenhöhe 149,08 m

Rotordurchmesser 115,71 m

Gesamthöhe 207 m

 

Laut WNZ-Bericht vom 27.06.2020 aber seien mittlerweile wohl noch größere Anlagen geplant: Es handle sich um Anlagen mit einer Nabenhöhe von 160 m, laut Bürgermeister Schmidt.

 

Waldzerstörung durch Kahlschlag und Schneisen: ca. 10 000 Quadratmeter pro Windrad

 

Das sind somit keine kleinen Windrädchen, sondern Mega-Industrieanlagen mit erheblichen  Nachteilen für Mensch und Natur.

Größenvergleich: Windrad Enercon E 115 (Symbolbild) - Tiefenbacher Kirche (Turm ca. 18 m) und alte Buche (35 m)

 

 

Geringe Abstände der Windräder zu Dörfern, Einzelgehöften und Städten

 

Die Mega-Windräder werden sich nach den ursprünglichen Planungen in einem Abstand von teilweise nur ungefähr 1 km zu den nächsten Ortschaften befinden.

(Ein Windrad des am 25.06.2020 aufgegebenen Standorts Löhnberg/Selters wäre sogar nur rund 600 m vom Jahrhunderte alten Bauernhof "Steinzler Hof" entfernt gewesen.)

 

Leider gelten für Menschen in Hessen geringere Sicherheitsabstände als beispielsweise in Bayern.

 

In Bayern müssten die riesigen Windräder (207 m hoch) einen Sicherheitsabstand von über 2 km einhalten! Und sogar das ist eigentlich zu wenig (siehe Kapitel Infraschall).