Hier finden Sie neue und aktuelle Informationen zu den geplanten Windkraftanlagen im Buchenwald zwischen Leun, Braunfels, Weilburg und Löhnberg.

 

 

Leserbrief: Schutz des Trinkwassers in Selters - Letzte Warnung?

 

11. März 2018

 

Im Weilburger Tageblatt erschien am 6. März ein Leserbrief zum Thema Tiefbohrungen im Trinkwasserschutzgebiet.

Leserbrief WT 06-03-2018.pdf
PDF-Dokument [386.0 KB]

Link zur Meldung der Wasserkontamination im Weilburger Tageblatt:

Weilburger Tageblatt: Wasser in Löhnberg-Selters abkochen

         

Gemeinde Löhnberg gestattet Tiefbohrungen für Windkraft-Industrie im Trinkwasserschutzgebiet im Selterser Wald

 

Kontaminationen der Trinkwassergewinnungsanlage Selters können nicht ausgeschlossen werden!

 

9. März 2018

 

Tiefbohrungen in einem Trinkwasserschutzgebiet III sind grundsätzlich verboten.

Aus gutem Grund – denn kaum etwas ist so wertvoll und wichtig wie sauberes Trinkwasser!

 

Die Enercon GmbH will gigantisch hohe Windkraftanlagen mit riesigen Beton-Fundamenten in unserem Alten Buchenwald bauen - auf zerklüftetem Grund und eines davon sogar im Trinkwasserschutzgebiet.

 

Deshalb hat Enercon eine Ausnahmegenehmigung (Befreiung) für solche gefahrträchtigen Tiefbohrungen im Trinkwasserschutzgebiet beim RP Gießen beantragt und - man will das gar nicht glauben! - diese auch erhalten.

 

 

Gemeinde Löhnberg hat schon Vertrag mit Enercon geschlossen

 

Noch bevor das RP Gießen zustimmte, hatte die Gemeinde Löhnberg schon einen Vertrag mit Enercon geschlossen. Darin sind ein Maßnahmenkonzept zur Vermeidung bzw. Minimierung des Risikos für die Trinkwassergewinnungsanlagen sowie ein Konzept für eine, im Ernstfall möglicherweise erforderliche Ersatzwasserversorgung enthalten.

Aus dem Bescheid des RP Gießen (mit Originalzitaten, Hervorhebungen durch uns):

 

  • Das HLNUG äußert die Warnung, dass „Auswirkungen der Bohrungen auf die genannte Trinkwassergewinnungsanlage nicht genau vorhersagbar sind“.

 

  • „Auswirkungen der Bohrungen sind hinsichtlich der durch das Wasserschutzgebiet geschützten Trinkwassergewinnungsanlage TB Selters der Gemeinde Löhnberg denkbar.“

 

  • „Nachteilige Beeinflussungen der Trinkwassergewinnungsanlage durch Trübungen oder Keimbelastungen können folglich nicht ausgeschlossen werden.“

 

  • Auch zu zwei Mineralwasserbrunnen „führt das HLNUG aus, dass aufgrund der bereits dargestellten komplexen und inhomogenen Geologie im Planungsgebiet eine  Gefährdung durch Trübungen bzw. Keimbelastungen  während der Bohrarbeiten nicht ausgeschlossen werden kann.“

 

 

Wir halten es für unverantwortlich, die Trinkwasserversorgung der Selterser Bürger und die wertvollen Mineralquellen in diesem hochempfindlichen Quellgebiet derart extrem und sinnlos zu gefährden!

 

 

Und was haben eigentlich die Löhnberger Bürger von diesem Vertrag zugunsten der Großindustrie?

 

Gar nichts, nur Nachteile! Nicht allein die Gefahr der Trinkwasser-Kontamination, sondern auch einer drohenden Verteuerung der Wassergewinnung mit einer empfindlichen Erhöhung der Wassergebühren als Folge.  

 

 

Bildquelle: BI Gegen Windkraft im Stenges

 

Genauer beleuchtet: Neue „Wasserwegsamkeiten“ als Risiko

 

Was passiert beispielsweise, wenn durch diese Bohrungen nicht wiedergutzumachende neue Wasserverbindungen (Drainagen) geschaffen werden, durch die sodann ungefiltert Schadstoffe in das Grund- und Trinkwasser eindringen können?

 

Das ist in unserem zerklüfteten Gebiet mit ehemaligem Bergbau und unbekannten Hohlräumen keineswegs auszuschließen!

 

So warnt auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) trefflich und deutlich:

„Die Trinkwassergewinnungsanlage befindet sich in einem Kluftgrundwasserleiter, in dem sich die Abstands- und Fließgeschwindigkeiten sowie die exakten Fließrichtungen des Grundwassers auch durch aufwendige Markierungsversuche nicht hinreichend genau bestimmen lassen. Hinzu kommt, dass die Festgesteine bereichsweise durch aufsteigende kohlensäurehaltige Tiefenwässer tiefgründig mineralogisch und strukturell verändert und teilweise sogar zu bindigem Lockergestein zersetzt worden sind.“

 

 

Bei diesen Verhältnissen klingt es hilflos und blauäugig, wenn das RP Gießen von Enercon fordert:

Durch die Drucksondierungen dürfen keine neuen Wasserwegsamkeiten geschaffen werden.“

 

Nun, ob das Wasser das auch weiß? Das klingt ungefähr wie: „Das Kind darf nicht in den Brunnen fallen“. Wenn es aber erst drin liegt, dann ist es passiert!

 

Diese Gefahr kann also gar nicht vollständig ausgeschlossen werden – in einem Untergrund, den nicht einmal das HLNUG genau kennt. Wenn diese Wasserwegsamkeiten erst mal entstanden sind, dann ist es zu spät. Dieser Prozess ist unumkehrbar!

 

Nicht nur durch die Bohrungen, sondern auch beim späteren Bau und Betrieb von Windkraftanlagen kann es noch jederzeit zu einer unkalkulierbaren und nicht zu beherrschenden Verschmutzung (Kontamination) des Grundwassers mit giftigen Stoffen, wie Schwermetallen, Hydraulikölen oder Kühlflüssigkeiten erfolgt.

 

Steht uns also ein Desaster wie in Ulrichstein bevor?

Link:

www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-Das-Ulrichsteiner-Windrad-und-das-Schweigen-im-Walde;art189,105239

 

 

Wir, die Bürger, und unsere wertvolle Natur hätten die verheerenden Folgen solcher Himmelfahrtsexpeditionen zu tragen:

Eine Trinkwasser- und Umweltverschmutzung ersten Ranges mit enormen Kosten für die Löhnberger Bürger.

Schützt unseren wertvollen alten Buchenwald!

Schützt unser Trinkwasser vor der Gier der Großindustrie!

 

 

Tiefbohrungen im Alten Buchenwald bei Selters -

Gefahr für unser Trinkwasser

 

Bohrungen bei Standort Windkraftanlage WKA 2 bereits durchgeführt. Der Standort WKA 1 befindet sich im Trinkwasserschutzgebiet.

 

Bildquelle: BI Rettet Tiefenbachs Wälder

Erste Tiefbohrungen fanden mit Genehmigung durch das RP Gießen bereits im Herbst 2017 dort statt, wo die Firma Enercon den Bau der Windkraftanlage WKA 2 plant:

 

Inmitten eines ökologisch höchst wertvollen Buchenwaldes, nahe des Steinzlerhofes, am unmittelbaren Rand eines Trinkwasserschutzgebietes !

 

Solche Tiefbohrungen sind beispielsweise dann notwendig, wenn es Bedenken an der Untergrundfestigkeit für die gewaltigen Fundamente der Windradkolosse gibt.

 

In unserem Alten Buchenwald gab es früher einige Gruben zur Gewinnung  von Eisenerzen.

 

Das Gebiet ist zerklüftet, die Lage von unterirdischen Hohlräumen und Wasserwegen ist keineswegs exakt bekannt.

Die geplante WKA 1 befindet sich sogar im Trinkwasserschutzgebiet, in unmittelbarer Nähe der Wassergewinnungsanlage der Gemeinde Löhnberg. 

 

Gerade in stark klüftigen Gebieten ist die Gefahr für das Grund- und Trinkwasser durch den Bau von Windkraftanlagen sehr groß!

 

Siehe Link: Windindustrie im Wald: Boden und Trinkwasser

 

 

 

Wir finden es unverantwortlich, industrielle Windkraftanlagen in Trinkwasserschutzgebieten zu bauen!

 

Schon Tiefbohrungen in diesem sensiblen Gebiet sind ein Verbrechen an der Natur!

 

Der Schutz des wertvollen Trinkwassers für die Löhnberger Bürger und der Schutz ökologisch wertvoller Wälder sind wichtiger als die finanziellen Interessen der Windkraftindustrie!

 

 

Windkraftanlagen im Buchenwald von Selters - Risiko für "eines der ganz wenigen Gebiete in der Region mit reinstem Quellwasser"?

 

Aktueller Leserbrief zum Bericht des Weilburger Tageblatts

 

15. Dezember 2017

Am 27.10.2017 berichtete das Weilburger Tagenblatt im Artikel „Baugrund wird geprüft“ über den geplanten Bau von Windkraftanlagen im Buchenwald von Löhnberg/Selters.

 

Dazu der Leserbrief:

 

Ergänzend dazu ein Fall, bei dem es auch um den Windradbau im Wasserschutzgebiet ging:

 

Wurde die Tiefgründung bis in die wasserführende Schicht entgegen der Genehmigung durchgeführt?

Die Gießener Allgemeine schildert einen brisanten Fall in Ulrichstein.

Links: Gießener Allgemeine: Windrad sorgt für Ärger in Ulrichstein

Gießener Allgemeine: Das Ulrichsteiner Windrad und das Schweigen im Walde

 

Beispielbild für den Bau eines WKA-Fundamentes. Bildquelle: BI Münstertal

 

 

Windradbau im Alten Buchenwald: Gefahr für das Trink- und Mineralwasser?

 

Aktueller Bericht des Weilburger Tageblatts

28. Oktober 2017

Das Weilburger Tageblatt berichtet über den aktuellen Stand des Antrags der Enercon zum Bau von zwei Windkraftanlagen im Löhnberger Teil des Alten Buchenwaldes, Gemarkung Selters (VRG WE 2145).

 

Windkraft im Wald - Gefahr für unser Wasser

Aus dem Bericht des Weilburger Tageblatts:

 

„Nach Angaben des RP liegt der Standort einer der beiden Anlagen innerhalb der Zone III des Wasserschutzgebietes für den Tiefbrunnen Selters der Gemeinde und etwa 800 bis 900 Meter von zwei genutzten Mineralwasserbrunnen entfernt.“

 

Baugrunduntersuchungen - also Tiefbohrungen - seien notwendig, um zu „klären, ob der Bau der Anlagen Auswirkungen auf Wasseranlagen haben wird“.  

                                                                            

Die Entscheidung, ob eine Ausnahmegenehmigung für solche Bohrungen im Wasserschutzgebiet erteilt wird, stehe aber noch aus.

 

„Grundsätzlich können insbesondere während der Bauzeit durch Bodeneingriffe Gefährdungen für genutzte Wassergewinnungsanlagen bestehen“, wird die Genehmigungsbehörde RP Gießen zitiert.

 

Link: Weilburger Tageblatt: Baugrund wird geprüft

 

Hintergrundinfo zu diesem Thema:

 

Für die Gemeinden Weilburg, Leun und Löhnberg sind innerhalb des VRG 2145 bzw. unmittelbar daran angrenzend Trinkwasserschutzgebiete der Zonen II, III/IIIA, Gewinnungsanlagen mit Brunnen sowie Heilquellenschutzgebiete der Zone III bestandskräftig ausgewiesen.

 

Der überwiegende Teil des VRG 2145 ist außerdem Vorbehaltsgebiet für den Grundwasserschutz (Regionalplan Mittelhessen). Der Regionalplantext  schreibt dem Gebiet eine hohe Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers zu.

 

In diesen Gebieten mit besonderer Schutzbedürftigkeit des Grundwassers soll bei allen Abwägungen den Belangen des Grundwasserschutzes ein besonderes Gewicht beigemessen werden.

 

Beim Bau von Windkraftanlagen finden in teils gravierender Weise Eingriffe in die Bodenstruktur statt.

 

 

Gefahren für das Grundwasser durch Windkraftanlagen:

 

  • Ca. 2000 – 2400 l wassergefährdende Flüssigkeiten pro WKA, u.a. giftige Hydrauliköle und Kühlflüssigkeiten
  • Schadstoffausschwemmung - u.a. Schwermetalle im Beton wie Arsen, Zink, Chrom (Chromat VI), Cadmium, Quecksilber und Vanadium -, besonders im sauren Waldboden
  • Schadstoffeintrag durch neue Wasserwegsamkeiten, gerade im zerklüfteten ehemaligen Bergbaugebiet
  • Schadstoffeintrag durch Rüttelstopfverdichtung in wasserführende Schichten
  • Drainagewirkung der umfangreichen Zuwegungen

 

 

Ein Bau von Windindustrieanlagen im Alten Buchenwald

ist unverantwortlich!

 

 

Windmessgerät inmitten des Alten Buchenwaldes aufgestellt, am geplanten Standort der Enercon-Windkraftanlage „Löhnberg 1“

 

Es wird ernst!

 

 

Diesen Trailer fotografierten wir Ende Mai. In derartigen Containern befindet sich für gewöhnlich ein Windmessgerät, das Windgeschwindigkeiten mittels Lasertechnik misst („LiDAR“).

 

Der Anhänger steht im Selterser Wald, auf einer kleinen Lichtung in der Nähe des geplanten Standorts der von der Enercon GmbH beantragten Windkraftanlage „Löhnberg 1“.

 

Juni 2017

Die WKAs „Löhnberg 1“ und „Löhnberg 2“ sollen mitten im ökologisch höchst wertvollen Alten Buchenwald gebaut werden, direkt an den Gemarkungsgrenzen von Tiefenbach, Selters und Biskirchen und in unmittelbarer Nähe zum „Steinzler Hof“ sowie zur Lahn.

Nun erfolgt anscheinend eine Windmessung.

 

 

Wir meinen:

Betrachtet man Betriebsergebnisse anderer Windkraftanlagen, die auf gleich niedrigem Niveau gelegen sind (nur 250 – 290 Höhenmeter),  so ist es kaum vorstellbar, dass die Löhnberger Anlagen mit Gewinn betrieben werden können - nicht einmal unter Berücksichtigung der immensen EEG-Subventionen. Siehe dazu auch Seite Zusammenfassung, Punkt 3

 

Fest steht jedenfalls schon jetzt:

 

Die Anwohner, die Natur und auch das Klima werden auf keinen Fall gewinnen, sondern die klaren Verlierer sein!

 

Denn:

  • Wir leben in einer windarmen Tallage. Für Windkraft ist dieser Standort denkbar ungeeignet.
  • Neueste Forschungsergebnisse weisen auf teils massive Gesundheitsgefahren für eine erhebliche Zahl von Anwohnern durch von den gigantischen Windkraftanlagen ausgestrahlten Infraschall, Körper- und Tiefschall hin!
  • Die geplante gewaltige Zerstörung unseres CO2-speichernden Klimaschutzwaldes ist ökologischer Schwachsinn! Außerdem ist die Zerstörung über hunderte Jahre nicht wiedergutzumachen und daher besonders unseren Kindern und Enkeln gegenüber unverantwortlich!
  • Mega-Windkraftanlagen in Wäldern gefährden und töten eine exorbitante Zahl seltener Tiere wie Rotmilan, Schwarzstorch, Mäusebussard und Fledermäuse!
  • Unser Trinkwasser und unsere Mineralquellen werden durch die Mega-Windkraftanlagen im Wald gefährdet! (Gefahren: Ca. 2000 – 2400 l wassergefährdende Flüssigkeiten pro WKA,  Schadstoffausschwemmung, Schwermetalle im Beton, giftige Hydrauliköle und Kühlflüssigkeiten, neue Wasserwegsamkeiten, Schadstoffeintrag durch Rüttelstopfverdichtung in wasserführende Schichten)